Ich lese gerade einen Kurzartikel bzw. Teaser über Snackable Content. Und genau darin findet sich schon die Definition. Kernbotschaften werden in kurzen, knackigen Sequenzen, z. B. über Facebook, Twitter oder andere soziale Dienste in die digitale Welt posaunt -schön in leicht verdaulichen Häppchen. Und auch ganze Geschichten können so produziert und vom User konsumiert werden, was sich im Marketing ja bekanntlich Story Telling nennt. Prost-Mahlzeit! Und schön, dass es endlich ein Wort dafür gibt.
Warum ich euch das erzähle? Ich fange momentan an mich weiter mit Online bzw. Social Media Marketing auseinander zu setzen und mein Marketingwissen zu erweitern. Wie einige wissen, bin ich nämlich im Marketing tätig gewesen. Doch ich sehe nicht nur bei vielen Unternehmen, sondern auch bei mir Handlungsbedarf. Seitdem ich meinen Job an den Nagel gehängt habe, eine kleine Auszeit hatte, reisen und (er-)leben konnte, habe ich endlich wieder die Leidenschaft gefunden zu lernen -und zwar für mich. Im Beruf ging es darum abzuarbeiten, die Projekte just-in-Time abzuliefern, auf Knopfdruck kreativ zu sein, nicht zu hinterfragen und zu funktionieren. Da bleibt in der 60-Stunden-Woche des Angestellten wenig Platz für eigene Ideen oder Wissensdurst und -drang.
Ich sehne mich momentan danach in Fachliteratur -ganz analog und aus Papier- zu verschwinden, mit Textmarkern und Post-its Anmerkungen zu machen und mich ganzen Kapiteln ausführlich hinzugeben. Ich möchte Fakten lesen, die mich vielleicht nicht zwingend interessieren und selbst bewerten, ob sie relevant sind und in Verbindung mit meiner Thematik stehen. Ich möchte mit einem Bleistift Logigramme auf Papier malen und mir Zusammenhänge selbst erschließen.
Kurzum ich möchte keinen Snackable Content mehr. Leider ist es etwas -nennen wir es mal retro- sich einer digitalen Thematik analog nähern zu wollen. Also konsumiere ich vorerst Snackable Content, google dann nach Fachliteratur und zäune so das Pferd von hinten auf. Warum? Ich möchte wieder proaktiv denken bzw. lernen und nicht konsumieren. Womöglich fehlt mir nur ein neues, geeignetes Werkzeug bzw. eine Methodik. Aber ich hoffe, wenn ich mich weiter mit der Thematik des Online Marketings beschäftige, einen Weg zu finden.
Ich snacke jetzt auch erst einmal…und zwar ganz leichte Kost 😉