Zwischen Alltag und Fernweh oder die zickende Tightbombe

Wir sind wieder in Hamburg angekommen und doch irgendwie nicht. Ich war nicht bereit wiederzukommen, weil ich dachte einen Haufen Mess hier gelassen zu haben. Doch mich hat keiner gefragt, ob ich wiederkommen möchte. Es ist der Moment in dem du den Anruf kriegst, von dem du wusstest, dass er früher oder später kommt. Und du funktionierst, fährst los und hinterfragst nichts.
Und ganz schnell strampelst du dich wieder durch den Alltag und das was du eigentlich hinter dir gelassen hast. Du vermisst eine eigene Wohnung, eine Küche mit Backofen und störst dich neuerdings an deiner Frisur und anderen Banalitäten, wie den roten Flecken im Gesicht oder deinen Falten, die du zum ersten Mal bemerkst. Susy hat Rost angesetzt. Doch das sind alles nur Symptome für das was darunter liegt. Denn wir brauchen nichts.

Das letzte halbe Jahr habe ich gelebt. Jetzt funktioniere ich. Gesellschaftlichkonform. Ich beneble meinen Kopf mit Gin und Rauch. Ich möchte meinen Kopf gegen eine Wand schlagen um dem Schmerz Ausdruck zu verleihen. Oder um ihn zu vertreiben. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was er will. Aber ich weiß, ich will nicht hier sein -in Hamburg.

Und mein Kopf schreit „hey“ und der Mond lacht über uns.
Die letzten Sommer im Kopf verstaut.

Mine, Der Mond lacht

Einige beneiden uns. Aber manchmal ist es ein Fluch nicht anhalten zu können. Aber wie soll ich für andere da sein, wenn ich erst einmal wieder zu mir finden muss. Ich will mich bewegen. Ich will raus hier. Ich will wieder bei mir ankommen.

Bis denn, Susy und ich machen uns vorerst auf und davon. Wohin? Ans Meer, da wo die Wellen und Sehnsucht uns hintragen.

3 Kommentare

  1. Toller Beitrag, wie gerne würde ich auch ortsunabhängig leben und arbeiten.

  2. Humberto T. Feuerstein

    3. Mai 2018 um 0:09

    Echt super! =)

    Grüße DJ Hugo

  3. Ich liebe Wortspiele. „Die zickende Tightbombe“ ruft so starke Bilder vor meinem geistigen Auge hervor, dass ich euch für die Inspiration danken möchte!

    LG

    Thorsten

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