Es ist der 4. Mai, 7.46 Uhr. Der Korridor ist menschenleer und doch ist es laut. Das permanente Piepen wird zu einem Ton. Es erinnert mich an eine Pumpe und der Korridor, der sich langsam mit Menschen füllt, an ein Aquarium. Ich sage permanent Danke, denn das Wort reicht um die Menschen verstummen zu lassen. Die vorherige Stille in meinem Kopf droht sich langsam aufzulösen. Aber es entsteht kein Lärm. Eine leichte Unruhe macht sich breit, bevor die Stille wieder einsetzt. Wir trinken Tee um den Geschmack und die Übelkeit der letzten Nacht wegzuspülen. Er mochte keinen Tee, er trank immer Kaffee – schwarz mit zwei Teelöffeln Zucker. Es gab schon lange keinen Kaffee mehr.

Dafür ein Ereignis, das sich auftürmte zu einer gigantischen Welle und weitere mit sich zog, bis es sich schließlich überrollte und alles mit sich riß. Nur ich stand oben, schaute zu, wunderte mich und wartete darauf, dass sie auch mich unter sich begräbt. 10 Tage und zu viel Kaffee später stehe ich wieder hier, unversehrt und etwas skeptisch. In meinem Inneren ist es still, so wie das Meer, auf das ich schaue. Es ist genauso still, wie vor zwei Wochen, als ich diesen Ort verlassen habe, um mich in den Sturm zu begeben. Es ist schon verwunderlich, dass alles so unverändert zu bleiben scheint und doch alles ganz anders ist. Es ist grün geworden und warm. Es ist leerer, aber nicht einsam. Aber mir fehlt der Wind und die Wellen. Ich trinke Tee und warte, denn etwas anderes kann ich nicht tun.