Planlos laufe ich durch die Gegend und lande beim Golden Mountain. Es ist 20 Uhr, menschenleer und wärmetechnisch zu ertragen. So langsam gefällt es mir die Stadt eher bei Nacht zu erkunden. 
Ich steige die 344 Stufen hinauf und empfinde einfach alles als erträumt und surreal, wie in einem Bild von Dali. Von weitem höre Möchsgesang und verliere mich kurz darin. Bis nach ganz oben komme ich nicht mehr, da mir die entgegenkommenden Mönche den Weg abschneiden.

Auf dem Rückweg verlaufe ich mich ins Hazel’s, wo ich mit Livemusik, wie von Bob Dylan und Bier geködert werde und bin froh darüber. Die Band ist erstaunlich gut (nach den ganzen schlechten von gestern, somit eine Rarität) und erinnert mich etwas an Oasis. Und obwohl ich nichts verstehe, fühlt es sich ein bisschen nach Heimat an und ankommen. Ich lass mich fallen und versinke in der Musik. Zum ersten Mal sind Worte egal.

Und dann bin ich mittendrin, nur unter Einheimischen und Musikern. Jeder kennt jeden dort und alle sind angeblich sehr bekannte Musiker in Thailand, wie mir erzählt wird. Ich fühle mich kurz wie ein Alien dort, als einzige Touristin dort, aber ihre Freundlichkeit macht es mir leicht. Wir tanzen noch ein bisschen bevor ich mich auf den Heimweg begebe und dort von meinen Gastgebern auf das nächste Bier eingeladen werde inklusive Empfehlungen für meine weitere Reise. Sie gestehen mir auch, dass sie sich letzte Nacht Sorgen gemacht haben. Ich bin fast gerührt und verlängere noch eine Nacht hier – auf dem fremden Planeten.