Chiang Mai: Ich sitze im Roxpresso und freue mich über den wunderbaren Muffin und Cappuccino, der so liebevoll angerichtet ist, dass ich ihn kaum trinken mag. 

Ich befinde mich in Chiang Mai in Nähe der Kunstuni, inmitten unzähliger Gallerien und damit in meinem persönlichen Paradies. Nur mein Hostel ist eine Hochburg für Koreaner, die bisher wenig sozial sind. Und tatsächlich bin ich hier kein Alien, sondern nur einer der unzähligen Touristen. Es fällt schwer mit jemandem etwas länger zu sprechen, da alle immer irgendwo hin unterwegs sind. 

So dann auch ich. Ich laufe über den Samstagsmarkt und dann haben sie mich in ihrer Touristenfalle. Ich kann dem bunten Leuchten nicht widerstehen und verfalle in einen kurzen Shoppingrausch und ersteigere mein erstes Gut, eine Haremshose. Doch nach kurzer Zeit strengen mich die Menschenmassen an und ich flüchte zurück, da ich für meinen Kochkurs am darauffolgenden Tag fit sein muss.
Die Koreaner sind immer noch wenig an mir interessiert und auf der Suche nach etwas Heimatgefühl lande ich in einem Bistro, wo amerikanische Weihnachtsmusik läuft und Benedict Eggs serviert werden. Beim rausstolpern frage ich dreist einen Amerikaner, ob er zufällig Lust hat mich mit seinem Moped in Richtung Hostel mitzunehmen und das macht er.
Mein Kochkurs macht Spaß und ich bin froh über etwas soziale Interaktion. Es gibt viele Geachichten, die jeder erzählen kann, aber vor allem die von Bonnie aus Australien fasziniert mich und so stehlen wir uns durch die Nacht, spazieren über den Nachtmarkt und trinken Bier.

Bonnie ist 34, Krankenschwester, reisebegeistert und -erprobt. Morgen reist sie wieder nach Bangkok, um ihrer Freundin im Krankenhaus bei zu stehen. Und genau das beschreibt sie so gut, sie steht anderen bei und ist eine Bereicherung für jeden, der sie kennen lernen darf. Bonnie geht wie ich andere Wege und ist authentisch. Sie erklärt mir wie lange sie gebraucht hat, sich so zu akzeptieren wie sie ist und sich nicht mit ihren Freunden, die verheiratet sind und Kinder haben zu vergleichen. Und sie schätzt es, dass ich das bereits habe und mein Leben lebe. Sie sagt, es sei meine positive Energie oder Aura, die einige Menschen spüren, die mich unter den Aliens herausstechen lässt. Vielleicht.
Berauscht von diesem Abend und Bonnies Worten mache ich mich auf den Heimweg und werde zu meiner Überraschung von Jing, einem der Koreaner auf einen Schlummertrunk eingeladen. Ich nehme ihn dankend an und falle anschließend müde und glücklich ins Bett.

Hi my lovely! It’s Bonnie from cooking school! Is this you? 
If so had a sehr gut time cooking and beer getrunken mit du….
You’re such a honest real soul living out your life authenticity and that’s such a rare and beautiful thing. 
Much love, enjoy your travels ❤️
Bonnie