Susy hat eine Salzkruste und mir ist immer noch latent schlecht.
Nachdem in Rom unser Gas alle war, nachdem Roxy in den Flieger nach Hamburg gestiegen ist, hat es angefangen zu regnen. Das ist keine Metapher, ich hatte noch gute Laune und Lust auf das Unbekannte was vor mir liegt – es hat nur schlicht und einfach geregnet.
Nach zwei Tagen nassem Grau und 8 Grad wurde es mir dann aber doch zu viel und zudem sorgte das Wetter dafür, dass Susys Solarpanel nicht genug Strom lieferte. Tagsüber arbeiten und nachts Netflix gucken war einfach nicht mehr möglich – manchmal kann das Leben sehr hart sein.
Ein Blick auf die Wettervorhersage sagte mir, dass der Regen die nächsten Tage so bleiben wird. Ein Blick auf die Karte sagte mir, dass Korsika untenrum auf dem gleichen Breitengrad endet wie Rom. Also beschloss ich kurzerhand meinen Plan zu verwerfen und fuhr nach Barcelona.
Die überfahrt von Civitavecchia, mit einem kurzen Stop in Porto Torres, kostet für eine Person und ein Wohnmobil knapp 200€ und dauert 20 Stunden. Sieben vom italienischen Festland bis Sardinien, weitere 13 bis nach Spanien. Diese 13 verflixten Stunden fuhren wir großteilig durch echt beachtliche Wellen.
Ich liebe Wellen! Je größer desto besser! Gib sie mir roh und rau! Aber dieses mal war es zu viel für mich. Die meiste Zeit habe ich, leicht winselnd und Podcast hörend, auf einem Sofa gelegen und mir nichts sehnlicher gewünscht als ein ebenes Stück Asphalt.
Die arme Susy stand derweil ganz außen auf dem offenen Autodeck und trägt nun die Kruste jeder einzelnen Welle, die wir genommen haben – jetzt wo ich das schreibe klingt das eigentlich ganz verlockend, vielleicht sollten wir nächstes mal die Plätze tauschen.
Susy steht in Barcelona am Strand
Das liegt nun aber hinter uns. Jetzt sitze ich in der Sonne und die Batterien werden neu geladen. Das ist ebenfalls keine Metapher, das Solarpanel arbeitet auf Hochtouren und mir ist angenehm warm. Am Strand singt und trommelt eine afrikanische Gruppe, es wird Beachvolleyball gespielt, gesegelt, sich gesonnt. Nur ich schein der einzige zu sein, der im November zwischendurch einfach so in den Wellen planscht. Ich liebe Wellen – immer noch.