SchlagwortBegegnungen

Mama Mia oder Monicas selbstgemachte Nudeln

Zu meiner großen Freude hat mich eine Freundin zum Kochen eingeladen. An sich nichts Ungewöhnliches. Auch die Tatsache, dass ich meistens in den „fremden“ Küchen kochen darf, wenn ich eingeladen werde, ist mir nicht neu. So ist das wohl, wenn deine Passion auch andere überzeugt. Aber diesmal kommt es noch besser, denn Monica macht NUDELN – und zwar per Hand und so wie es ihr ihre italienische Mama gezeigt hat. Und wenn wir in Susy etwas immer haben, dann sind es Nudeln. Weiterlesen

Sommersprossen 

Ich schaue auf meine Hände, sie sind voller Sommersprossen. Sie erinnern mich an die Begegnungen meiner Reise, die nach einer Weile verblassen werden. 
Vielleicht aber bleiben einige bestehen. Vielleicht kommen einige mit dem nächsten Sommer wieder und erinnern mich. Vielleicht herrscht in mir unbezwingbarer Sommer. Vielleicht.

Michael

Pai: Jing umarmt mich zum Abschied und trägt meinen Rucksack in den Minivan nach Pai. 1800 Serpentinen später und im Regen komme ich an. Ich folge einem Mädchen aus dem Minivan in ihr Hostel und werde freundlich in die Gruppe aufgenommen, die ausschließlich aus Backpackern besteht, die Pai nicht mehr verlassen haben. Fast alle sind jünger als ich und sie schätzen mich auch auf Anfang/Mitte 20. Sie fragen, ob das Alter eine Rolle für mich spielt und ich weiß es nicht. Bisher habe ich nie darüber nachgedacht. 
Sie machen es mir leicht dazu zu kommen und dennoch bin ich zu wenig Chameleon. Sie erzählen von ihren Partys und Drogentrips, während der Joint so selbstverständlich rumgeht. Ich verstehe es nicht. Ich verstehe nicht, warum sie sich berauschen müssen um facettenreicher sehen zu können. Mein Kopf ist voll mit Bildern und Emotionen. Das vermeintliche Hippiedorf ist kreiert aus den Illusionen der Menschen hier. Und auch wenn ich anfangs dachte Teil einer Gruppe zu sein, bin ich es nicht. Ich bin wieder der Alien, der mehr will als das. Nur wenige Begegnungen hier berühren mich. Sie sind rar, aber es gibt sie, die Menschen, die mich halten und sich kümmern -wenigstens für den Moment und die Zeit in Pai. 
Ich treffe auf Michael aus Schweden, der seinen 40. Geburtstag mit mir verbringt. Abseits vom Trubel und den Touristen zeigt er mir das Pai, das er in den letzten 6 Monaten für sich erschlossen hat. Es ist anders als das Bild, das ich für mich in meinem Kopf gezeichnet habe. Pai schläft nicht und dabei macht es mich so müde. Aber ich komme nicht zur Ruhe. Alisha und Kevin helfen mir ein wenig dabei und nach 5 Tagen verstehe ich endlich was diesen Ort für alle so magisch macht. Es sind die Begegnungen mit Menschen und ihre Geschichten.
Der Gefühlskater der letzten Tage hat sich zurückgezogen. Mein Schädel pocht, aber es geht mir gut. Das erste mal verlasse ich einen Ort nicht wehmütig, sondern euphorisch.
Danke Michael, Alisha, Kevin und Adrian, dank euch kann ich besser sehen. Und auch allen anderen bin ich dankbar, weil ich jetzt weiß, was ich brauche und was nicht.

It takes a fool to remain sane.
The Ark


Begegnungen 

Wie vielen Menschen kann man in vier Wochen begegnen? Wie viele Menschen kann man in der Zeit kennen lernen? Wie viele lieben lernen? Und wie viel bleibt davon übrig?

© 2018 Susy

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