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Wis – Katzen im Dschungel

Chiang Mai: Für Tag 3 habe ich einen Öko- & Raftingtrip gebucht. Meine Gruppe besteht aus zwei französischen Pärchen, Wis, unserem Guide und mir. Wir starten mit einem Marktbesuch um einzukaufen, unbekanntes Essen zu probieren, das Wis uns wie eine Vogelmutter in den Mund steckt. Wis kann sich ausschließlich meinen Namen merken und so kriege ich quasi eine Sonderstellung.
Es geht zum Rafting. Die Floße sind aus Bambus und die leichten Stromschnellen lassen uns durch den Fluss gleiten. Am Rand steht der erste Elefant, gefolgt von einer Schlange die gefährlich nah an unser Floß kommt und den schwarz-violetten Schmetterlingen, die durch den Dschungel huschen. Ich bin überwältigt von der Natur und ihrer Schönheit. Ehe ich einen Teil davon fassen kann, fahren wir weiter zu einem Wasserfall an dem wir Picknicken und baden.

Im Elefanten Rescue Center sind nur wir und füttern die müde wirkenden Elefanten, die aus anderen Camps gerettet wurden. Die Elefanten drehen auf, als es mit uns in die Schlammgrube und anschließend in den Fluss geht. Ich kriege eine Elefantenumarmung, ein paar kalte Duschen und kurz darauf Bier und Tabak in gerollten, getrockneten Bananenblättern.
Ich kann mit dem Tempo in dem Erlebnisse kreiert werden kaum mithalten. Ich bin wach und fühle mich doch komatös -wie in Watte. An einem Tempel auf einem Berg kann ich kurz entspannen, die Stille genießend.

In Wis Bergdorf angekommen, kochen wir in der Hütte seiner Eltern über offenem Feuer und zelebrieren das Essen.
Der Abend klingt am See aus, wo wir eine chinesische und Laterne in den sternenklaren Himmel steigen lassen. Der Dschungel ist stockdunkel und die Grillen unglaublich laut. In meiner Bambushütte erwartet mich eine große Kakerlake, die etwas in Rage gerät, als ich sie anläuchte, also lösche ich das Licht. Ich bin zu müde um mich zu ekeln und schlafe, durch mein Moskitonetz geschützt, ein.
Die Nacht ist kurz und der Boden hart. Wir starten unsere Trekkingtour bei der Wis uns viel über die heimischen Kräuter und ihre Wirkung erzählt. Hinter jedem Aufstieg erwartet uns ein neues Panorama. Der Boden ist meist terrakotta und die Farben des Dschungels schillernd.

Es gibt keine Worte, die das Erlebte beschreiben können und ich wünschte ich könnte die stetig wachsenden Bilder in meinem Kopf auf Papier projizieren, skizzieren, was ich sehen kann.

Nach wenigen Stunden ist mein Kopf das erste mal leer und ich habe das Gefühl aufzuwachen und sehen zu können. Wir veranstalten ein Barbecue mit frischem Fisch, den wir ausnehmen, im Wald und wandern weiter zu einer Höhle mit Tropfsteinen und unzähligen Fledermäusen, die an mir vorbeifliegen. Begeistert von der Komposition, bin ich die einzig Mutige, die mit Wis den Aufstieg wagt und in das innere der nächsten Höhle klettert. Er sagt Rox, so wie der Stein, stark -und mutig. Die Tour über brauche ich keine Hand, die mir hilft und ich habe keine Angst. Es gibt Wege, die mir leicht fallen zu beschreiten und Stellen an denen ich kurz verweile, um zu überlegen welchen Schritt ich setze.
Mit wundervollen Erinnerungen im Gepäck machen wir uns auf den Weg zurück nach Chiang Mai, während im Radio „She lala“ läuft und die Franzosen mitsingen, als ob sie eine etprobte Uni-Accapellaband wären.

SHE MOVES HER BODY,MOVES HER FEET SHE FEELS THE RHYTHM LIKE IT IS HER HEARTBEAT UP AND DOWN, SHE JUMPS TO THE BEAT SHE IS LIVING IN HER FANTASY
SHE MOVES (LA,LA,LA Song)

Zurück im Hostel erwartet mich Jing, der Koreaner und will alles über die Tour wissen. Mir wird bewusst, dass ich morgen schon wieder weiter ziehe und werde ein wenig melancholisch. So schlafe ich erschöpft ein.

Bonnie und Clyde in Chiang Mai 

Chiang Mai: Ich sitze im Roxpresso und freue mich über den wunderbaren Muffin und Cappuccino, der so liebevoll angerichtet ist, dass ich ihn kaum trinken mag. 

Ich befinde mich in Chiang Mai in Nähe der Kunstuni, inmitten unzähliger Gallerien und damit in meinem persönlichen Paradies. Nur mein Hostel ist eine Hochburg für Koreaner, die bisher wenig sozial sind. Und tatsächlich bin ich hier kein Alien, sondern nur einer der unzähligen Touristen. Es fällt schwer mit jemandem etwas länger zu sprechen, da alle immer irgendwo hin unterwegs sind. 

So dann auch ich. Ich laufe über den Samstagsmarkt und dann haben sie mich in ihrer Touristenfalle. Ich kann dem bunten Leuchten nicht widerstehen und verfalle in einen kurzen Shoppingrausch und ersteigere mein erstes Gut, eine Haremshose. Doch nach kurzer Zeit strengen mich die Menschenmassen an und ich flüchte zurück, da ich für meinen Kochkurs am darauffolgenden Tag fit sein muss.
Die Koreaner sind immer noch wenig an mir interessiert und auf der Suche nach etwas Heimatgefühl lande ich in einem Bistro, wo amerikanische Weihnachtsmusik läuft und Benedict Eggs serviert werden. Beim rausstolpern frage ich dreist einen Amerikaner, ob er zufällig Lust hat mich mit seinem Moped in Richtung Hostel mitzunehmen und das macht er.
Mein Kochkurs macht Spaß und ich bin froh über etwas soziale Interaktion. Es gibt viele Geachichten, die jeder erzählen kann, aber vor allem die von Bonnie aus Australien fasziniert mich und so stehlen wir uns durch die Nacht, spazieren über den Nachtmarkt und trinken Bier.

Bonnie ist 34, Krankenschwester, reisebegeistert und -erprobt. Morgen reist sie wieder nach Bangkok, um ihrer Freundin im Krankenhaus bei zu stehen. Und genau das beschreibt sie so gut, sie steht anderen bei und ist eine Bereicherung für jeden, der sie kennen lernen darf. Bonnie geht wie ich andere Wege und ist authentisch. Sie erklärt mir wie lange sie gebraucht hat, sich so zu akzeptieren wie sie ist und sich nicht mit ihren Freunden, die verheiratet sind und Kinder haben zu vergleichen. Und sie schätzt es, dass ich das bereits habe und mein Leben lebe. Sie sagt, es sei meine positive Energie oder Aura, die einige Menschen spüren, die mich unter den Aliens herausstechen lässt. Vielleicht.
Berauscht von diesem Abend und Bonnies Worten mache ich mich auf den Heimweg und werde zu meiner Überraschung von Jing, einem der Koreaner auf einen Schlummertrunk eingeladen. Ich nehme ihn dankend an und falle anschließend müde und glücklich ins Bett.

Hi my lovely! It’s Bonnie from cooking school! Is this you? 
If so had a sehr gut time cooking and beer getrunken mit du….
You’re such a honest real soul living out your life authenticity and that’s such a rare and beautiful thing. 
Much love, enjoy your travels ❤️
Bonnie

© 2018 Susy

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