SchlagwortFreiheit

Far III – 9 Knoten

100 Schritte, 9 Knoten und mit einer Hand voll Sand geben wir dich in die Wogen des Meeres…

Die Wellen sind hoch und lassen das Schiff schaukeln. Der Wind ist wieder da und lässt mein Kleid tanzen. In der Ferne sehen wir die Brandung schäumen. Wir stehen geschlossen am Buck. Du stehst an der Reling. Wir sind hier wegen dir. Noch einmal zusammengekommen. Streuen Blumen und Bier auf dein Haupt und warten bis das Schiff sich dreht. Mit Wehmut sehen wir dir nach.

Schiffsleuchten leuchten uns umsonst.
Im Nebel ein Kegel aus Licht.
Da ist kein Ziel, kein Horizont.
Kein anderes Segel in Sicht.
Die Mannschaft an Bord –
Atmet müde und schwer.
Keiner sagt ein Wort.
Um uns wütet das Meer.
Wir steuern in Richtung unbekannt.
Doch wir sehen kein Land.
Wo gestern noch ein Licht war,
Ist heut kein Licht mehr sichtbar –
Ist unser Leuchtturm ausgebrannt.

Jennifer Rostock, Leuchtturm 

Und dann legen an in der Kieler Förde. Mit deinen Werten im Gepäck, aber ohne Dich.

Auf bald – wir denken an dich.

Far I – Die Abwesenheit des Sturms

Das Meer ist still und klar, so wie mein Kopf. Ich erwarte ein Toben und Aufschäumen der Brandung, doch es bleibt aus. Ich wünsche mir, dass diese Ruhe bei mir bleibt, dass der nächste Sturm vorüberzieht und das Meer nicht auseinanderreißt. Ich wünsche mir, dass er schnell und voller Frieden von uns geht – ohne jeglichen Schmerz. Dass unser Schmerz sich um seine Abkunft schert und nicht um unser Unverständnis einander gegenüber. Ich wünsche mir, dass wir wieder zueinander finden und uns nicht entfernen, so wie er. Ich wünsche uns die Stärke, die er immer hatte, den Mut, die Dinge auszusprechen und die Geduld, die wir brauchen. Ich habe einen Ozean voller Wünsche und die meisten sind nicht für mich.

#DHMMeer

Von Wasserratten, Windgöttern und Wetterpropheten


Mein Drachen steigt in die Höhe. Ich lasse ihn durch die Luft gleiten um ihn wieder einzufangen. Er ist ungezähmt und gefährlich nah am Horizont, so als ob er gleich in den Abgrund stürzt und mich mit sich zieht. Weiterlesen

Weißt du…?

Weißt du noch, als wir jung waren und das Abenteuerlied gesungen haben, weil das unsere Hymne der Freiheit war? Weißt du noch, wie wir unsere Baumhäuser im Wald gebaut haben, so wie Erwachsene ihre Häuser bauen? Weißt du noch, wie ich dir abends Kakao ans Bett gebracht habe, damit du schlafen kannst? Weißt du noch, wie wir fliegen wollten und im Bett geübt haben ein Flugzeug zu steuern? Weißt du noch wie, wir alle Quallen am Strand eingesammelt haben, um uns dann damit zu bewerfen? Weißt du noch, wie du mir hinterher ins Wasser gesprungen bist und ich dich rausziehen musste, weil du noch gar nicht schwimmen konntest? Weißt du noch, dass du mir alles nachgemacht hast, nicht weil es gut war, sondern weil du das Vertrauen in mich hattest, dass alles gut wird.

Fliegen 

Ich spann meine Flügel und will fliegen – weit fort. Doch ich bin nicht leicht. Etwas fehlt. Ich schmecke nichts, sehe nichts, höre nichts, fühle nichts.
Du bist das Gewürz, die Schönheit, die Musik, das Gefühl. Du bist Leichtigkeit. Du bist wie die Sterne in der Ferne. Und Sehnsucht ist wie ein fernes Land.

© 2018 Susy

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