SchlagwortItalien

Mama Mia oder Monicas selbstgemachte Nudeln

Zu meiner großen Freude hat mich eine Freundin zum Kochen eingeladen. An sich nichts Ungewöhnliches. Auch die Tatsache, dass ich meistens in den „fremden“ Küchen kochen darf, wenn ich eingeladen werde, ist mir nicht neu. So ist das wohl, wenn deine Passion auch andere überzeugt. Aber diesmal kommt es noch besser, denn Monica macht NUDELN – und zwar per Hand und so wie es ihr ihre italienische Mama gezeigt hat. Und wenn wir in Susy etwas immer haben, dann sind es Nudeln. Weiterlesen

Champagner und Annanaskerze

Oder: Was bisher geschah, aufgenommen am 26. Oktober 2017

Rom sin Gas

Da stehen wir nun…vor dem Colloseum und dem Ende unserer gemeinsamen Italienreise. Für Hannes geht es Freitag nach Korsika und für mich über Hamburg nach Thailand. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge machen wir uns auf den Weg. Immerhin regnet es nicht mehr, aber es ist unglaublich kalt. In Hamburg nennt man das Shitwetter, was hier die letzten zwei Tage über uns lag.
Auf der Suche nach teurer, italienischer Seife durchqueren wir ein paar wirklich schöne Gassen, abseits der Tourismus-Flaniermeilen. Ich kann nicht mehr benennen, wer mir diesen Floh mit der Seife ins Ohr gesetzt hat, aber wir suchen unbeirrt weiter und werden schließlich fündig. Feierlich beschließen wir den Abend bei einem Burger zum Abschied, italienischem IPA Craftbeer und einer Schischa. Von himmlischer Pizza habe ich mich in Alife bereits verabschiedet.
Und auch Susy ist etwas wehmütig. So wie unsere gemeinsame Reise nach drei Wochen zu Ende geht, hat sich zudem auch der Strom verabschiedet und bei der zweiten Gasflasche ist die Luft raus und damit Wasser und der Kühlschrank aus. Ohne Standheizung wärmen wir uns aneinander und der Vorstellung von morgen. So schlafen wir neugierig und erfüllt von den ersten drei Wochen ein. Auf zu neuen Ufern!

Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin – Augen und Herzen sind Dynamit.
Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin – müde mit ’nem Plan mit ’nem Ziel.
Ich breche auf, bin raus, dreh‘ das Radio laut, fahr‘ zum Hügel hinauf…
Casper, Im Ascheregen

Sperlonga: Strandgut

Wir fahren von Alife nach Sperlonga auf der Suche nach Meer und Wind zum Kite Surfen und stranden an einem Platz an der Sonne. Der Morgen beginnt mit einer Runde schwimmen, Espresso und einem Gefühl voller Glückseligkeit. Der Abend zuvor, als wir ankommen und wunderbar tiefe Gespräche haben, hat bestimmt auch seinen Teil dazu beigetragen, auch wenn wir die grandiosen Pizzen aus Alife und Caiazzo bereits missen. Voller Glück genieße ich meine verbleibenden vier Tage und schmöckere in meinem Thailand Reiseführer – voller Vorfreude und einer Spur von Nostalgie. Die nächsten drei Tage gehören uns und Italien. Ich möchte sie genauso intensiv erleben wie bisher – ohne Zeltkoller oder andere unnütze Dinge, die dieses Gefühl voller Glückseligkeit schmälern. So genieße ich den Sonnenuntergang bei Schischa und einem Bier am Strand, lausche den Wellen und lasse mich ins morgen treiben.

Küchenkomposition I

Seitdem wir unterwegs sind, habe ich eine Kochleidenschaft entwickelt von der primär Hannes profitiert. Da ich quasi aus einer gastronomisch versierten Familie komme, in der es zwei gelernte Köche gibt, kann ich nicht leugnen etwas mehr als die Grundlagen des Handwerks zu beherrschen. Dementsprechend gerate ich dermassend aus der Fassung und verfalle in einen anhaltenden Lachflash bei dem gut gemeinten Rat von Freunden etwas Soßenfix o.ä. nach Italien mit zu nehmen, das gibt es da nämlich nicht. Gut das meine diversen Soßen seit 10 Jahren ohne auskommen und vielleicht deswegen so beliebt sind 😅 Das hat eine absolut nicht repräsentative Befragung mit nicht zufällig und in irgendeinem Verhältnis zu mir stehenden Personen ergeben.
Nun zum Wesentlichen: In Susy zu kochen ist eine kleine Herausforderung. Es gibt nur zwei Kochfelder, wobei unter dem zweiten unsere Taucheranzüge liegen…Deswegen werde ich geradezu zu einem One-pot-Experten. Vielleicht auch wegen des Abwaschens und in Ermangelung weiterer Töpfe. Am meisten fasziniert mich, dass die italienische Küche mit nur wenigen Zutaten auskommt. Wenige, aber regionale und frische Zutaten dominieren inzwischen auch Susys Küche. Die berühmten Zwiebeln aus Alife, direkt vom Feld unserer Freunde, Rosmarin aus dem Garten, Zitrusfrüchte vom Baum…Und da ich nun so viel vom Essen geschrieben habe, mache ich mich mal an das Tomatensugo.

Die weltbeste Pizza bei Pepe

Dank unserer Freunde aus Alife kommen wir nicht nur in den Genuss heimischer Küche, sondern lernen auch die Hotspots der Einheimischen kennen. Was allerdings schon lange kein Geheimtipp mehr ist, ist die „Pepe in Grani“ Pizzeria in Caiazzo, etwa eine Stunde von Neapel entfernt. Hier genoss ich wirklich die weltbeste Pizza – auf Empfehlung eine Thunfischpizza mit Zwiebelmarmelade aus Alife und geeistem Sellerie.
Auch wenn ich diverse andere Pizzerien zuvor gefeiert habe, war diese, die mit ausschließlich regionalen Zutaten arbeitet, eine kulinarische Offenbarung. Die ellenlange Warteschlange vor dem Restaurant tut ihr übriges für den Hype um Pepe. Wer also ein Stück möchte, sollte unbedingt reservieren.
P.S. Caiazzo selbst ist wunderschön!

© 2018 Susy

Theme von Anders Norén↑ ↑