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Zwischen Alltag und Fernweh oder die zickende Tightbombe

Wir sind wieder in Hamburg angekommen und doch irgendwie nicht. Ich war nicht bereit wiederzukommen, weil ich dachte einen Haufen Mess hier gelassen zu haben. Doch mich hat keiner gefragt, ob ich wiederkommen möchte. Es ist der Moment in dem du den Anruf kriegst, von dem du wusstest, dass er früher oder später kommt. Und du funktionierst, fährst los und hinterfragst nichts. Weiterlesen

Snackable Content

Ich lese gerade einen Kurzartikel bzw. Teaser über Snackable Content. Und genau darin findet sich schon die Definition. Kernbotschaften werden in kurzen, knackigen Sequenzen, z. B. über Facebook, Twitter oder andere soziale Dienste in die digitale Welt posaunt -schön in leicht verdaulichen Häppchen. Und auch ganze Geschichten können so produziert und vom User konsumiert werden, was sich im Marketing ja bekanntlich Story Telling nennt. Prost-Mahlzeit! Weiterlesen

Manchmal

Manchmal wünsche ich mir, dass du mir den Strand entlang hinterherkommst. Manchmal wünsche ich mir, dass du wieder mehr Musik machst. Manchmal wünsche ich mir, dass wir barfuß im Regen tanzen. Manchmal wünsche ich mir, dass wir uns nachts die Sterne anschauen und nicht auf das nächste Mal warten, weil wir zu müde sind. Manchmal wünsche ich mir, dass wir weniger auf morgen schieben und weniger an gestern denken. Manchmal wünsche ich mir mehr Bewusstsein für diese Momente und mehr Elan um dich mitzureißen. Und häufig ist alles einfach gut, genau so wie es ist.

Heimathafen II

Und wir fahren nach Hause in’s Hafengebiet und singen ein trauriges Seefahrerlied über Fernweh, die Wellen und unsere Heimat am Meer. Über Liebe, den Hass und den heiligen Geist, die Möwe, die dir auf dein Autodach scheißt. Irgendwann kommen wir sicher, ganz sicher mal wieder hier her und trinken die Minibar leer.
Monsters of Liedermaching, Seefahrerlied

Hamburg: So kommen wir nach Hause um dann doch nur wieder weiter zu ziehen und gen Süden zu fliehen. Susy ist abgegeben und wartet die nächsten zwei Wochen in Málaga auf uns und ich werde leicht schwermütig bei dem Gedanken sie zurück zu lassen. Hamburg selbst scheint mir momentan wenig verlockend -kalt, grau und fremd. Überall weihnachtet es…
Die letzten Teile werden aus meiner alten Wohnung geholt, bevor sie endgültig übergeben wird. Ich bin froh, wenn ich die damit einhergehende Verbindlichkeit endlich los bin. Zuletzt hat es an mir gezerrt. Ich hänge lieber in der Luft als an alten Gewohnheiten oder Mauern. Vielleicht bin ich ein Vagabund, vielleicht ein Träumer, vielleicht eine Heimatlose, aber egal in welche Schublade man mich steckt, ich bin frei.

Michael – Alles Gold was glänzt 

Nach 16 Stunden komme ich morgens um 4.50 Uhr in Bangkok an. Draußen erschlägt einen die Wärme und es ist quasi ruhig. Am Flughafen treffe ich auf Mike und Fabian, zwei gesprächige Kölner, mit denen ich mir ein Taxi in die Stadt teile.
Zum Auftakt gibt es für uns drei Frühstück über den Dächern der Stadt direkt am Fluss, gefolgt vom Tempel mit dem riesigen, goldenen, liegenden Buddha.

Während die Jungs zum nächsten Tempel wollen, begebe ich mich auf die Suche nach meiner Unterkunft. Was sich als schwieriger gestaltet als erwartet. Ständig ist mein Rucksack offen, man wird häufig angelogen, weil jeder einem was andrehen will und jede Straße, die zu meinem Hostel führt, ist gesperrt.
Kurzzeitig frage ich mich, was ich hier überhaupt mache. Ich bin genervt, totmüde, am schwitzen und verzweifelt. Mich tröstet nur der Gedanke, dass der Rest Thailands eben nicht wie Bangkok ist. Erschöpft lande ich in meiner Unterkunft und stelle fest, das ich für die letzte Nacht bereits gebucht hatte, trotzdem kann ich verlängern. Nach einer Dusche und ein paar Stunden Schlaf bin ich auch wieder enthusiastischer und erkunde die nähere Umgebung. Hungrig wage ich mich an eine Portion Nudeln von einem Straßenhändler und bin sehr positiv gestimmt – auch eine Stunde später noch.
Auf der Suche nach der Molly Bar frage ich Michael nach dem Weg. Wie sich rausstellt, ist Michael Tiroler, 33 Jahre alt, lebt seit einem Jahr von Work & Travel und fährt morgen nach Kambodscha.
Michael übernimmt das Ruder, mich an die Hand und meine Angst. Ich bin erleichtert kurzzeitig nicht selbst entscheiden zu müssen und lasse mich mitziehen. Das Tempo sowie das Glitzern dieser Stadt bei Nacht ist überwältigend. Ich hangel mich visuell an kleinen Dingen entlang, die mein Geist greifen kann, um mich nicht zu überfordern. Wir kaufen eine Flasche Rum, essen Streetfood, laufen über Märkte, durch dunkle Gassen und reden über Liebe, Reisen und das Leben. Wir fühlen uns wie die Könige der Welt und sind doch nichts als Fremde oder, wie Michael sagt, Aliens. Aber ich sei sowieso nochmal anders.
Es ist 4 Uhr. Die Füße tuen weh, es dämmert und die Flasche Rum ist leer. Wir verabschieden uns flüchtig, leicht, euphorisch und ohne Nummern getauscht zu haben. Und so tanze ich allein durch die Nacht nach Hause. 
Danke, Michael.

Warten 

Ich warte darauf, dass meine Nummer aufgerufen wird trotz des im vorwege vereinbarten Termins warte ich – und warte. Ich warte.
Ich warte auf meinen Reisepass, eine Neuausstellung, unbeschrieben wie eine leere Landkarte und frage mich, worauf ich so lange gewartet habe.

Minus 3 Grad 

Wir sitzen am Meer und rauchen. Es  sind drei Grad minus – du frierst und ich brenne. Der Wind lässt das Meer toben, in mir, jetzt, hier, bei dir.
Wir atmen die kalte Luft, sie schmeckt nach Salz. Du an den Felsen. Die Angst mich zu verlieren- in diesem einen Augenblick, in dir, in mir, wegen dir bei mir.

© 2018 Susy

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