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Ann, Sun und Bom – Offene Türen

Nan: Es ist 6 Uhr morgens und ich bin mit Bom auf seinem Moped unterwegs zum Wat Phra That Chae Haeng. Es ist vergleichsweise frisch, der Nebel hängt über den Städten um Nan und in der Ferne ist Laos zu erkennen. Die Sonne bricht langsam durch die Wolkendecke, es ist still und verschlafen, so wie Nan. Doch die Aussicht ist fantastisch, genau wie die Menschen hier. 

Als ich gestern früh um 6 ankomme, schläft die Stadt noch. Ich frage mich, nachdem ich gut eine Stunde meine Unterkunft -mal wieder ohne mein Handy und mobile Daten- durch, werde sogar mit dem Moped mitgenommen, um wieder bei der Busstation zu landen. Das Ganze passiert gleich zweimal und die Taxifahrer wollen mir den Weg nicht sagen. Also laufe ich weiter bis mich ein Junge im gelben Trikot wieder dahin schicken will, so wie es ihm seine Mutter wohl sagt. Mit Händen und Füßen versuche ich zu erklären, dass ich laufen will. Er schiebt mich weiter Richtung Busstation. Als wir aus Sichtweite seiner Mutter sind googelt er den Weg und zeigt in irgendeine Richtung. Nach 5 Minuten kommt er auf seinem Moped an und deutet an mich zu bringen. Er fragt unzählige Menschen nach dem Weg und ich glaube schon, dass es meine Unterkunft gar nicht gibt. Aber der kühle Fahrtwind stimmt mich gnädig und ich bin bereit dem Jungen im gelben Trikot den überteuerten Betrag, den der Taxifahrer haben wollte, für seine Mühe zu geben. Nach einer guten Ewigkeit und tausendmal im Kreis fahren, weiß ich gar nicht mehr wo wir sind, aber wir haben Sundaras Guesthouse erreicht und bevor ich mich bedanken kann, ist der Junge im gelben Trikot auch schon weg und ruft bis bald.
Ann und Sun, meine Gastgeber, kümmern sich so liebevoll um mich und alles andere, dass es mich fast überfordert. Den Kontakt hat Vivi aus Bangkok hergestellt, ebenso wie zu Bom, der es sich zu seiner persönlichen Aufgabe gemacht mir alles zu zeigen in Nan und der Umgebung. So bringt er mich zum Essen auf den Nachtmarkt, in sein traumhaftes Restaurant zum musizieren, zum Wildreservat Tham Phah Tup, ca. 10 km nördlich von Nan und in das nahegelegene Café Ban Phakhin.
Nach 4 Stunden Trekking inklusive Klettern ist mein Kopf endlich frei und mein Körper erschöpft. Bom holt mich ab und wir fahren nach einem Eiskaffee zurück. Den kühlen Fahrtwind im Gesicht, euphorisch und erschöpft, genieße ich die Aussicht, denke an die Landschaft Portugals und freue mich mal wieder über so viel Gastfreundschaft, die beim gemeinsamen Abendessen mit Ann und Sun ihren Höhepunkt findet.
Morgen geht es nach Chiang Mai.

Über 

Baan Mung Kan
: Mitten im Wald, den Weg mit Hängematten und Laternen verziert liegt Boms hölzernes Café. Der Ort ist traumhaft und Boms Musik passt dazu. Bom hat ebenfalls ein Hostel namens Hug Her Him, daneben ist er Musiker, spielt ab und an in seiner Bar und ist ein herzensguter Mensch.

Sundaras Guesthouse: Heißt so viel wie Schönheit und ist ein kreativer und entspannter Ort zum Verweilen. Ann und Sun sind nämlich Künstler, und Sundara ihr Atelier.

Alien 

Planlos laufe ich durch die Gegend und lande beim Golden Mountain. Es ist 20 Uhr, menschenleer und wärmetechnisch zu ertragen. So langsam gefällt es mir die Stadt eher bei Nacht zu erkunden. 
Ich steige die 344 Stufen hinauf und empfinde einfach alles als erträumt und surreal, wie in einem Bild von Dali. Von weitem höre Möchsgesang und verliere mich kurz darin. Bis nach ganz oben komme ich nicht mehr, da mir die entgegenkommenden Mönche den Weg abschneiden.

Auf dem Rückweg verlaufe ich mich ins Hazel’s, wo ich mit Livemusik, wie von Bob Dylan und Bier geködert werde und bin froh darüber. Die Band ist erstaunlich gut (nach den ganzen schlechten von gestern, somit eine Rarität) und erinnert mich etwas an Oasis. Und obwohl ich nichts verstehe, fühlt es sich ein bisschen nach Heimat an und ankommen. Ich lass mich fallen und versinke in der Musik. Zum ersten Mal sind Worte egal.

Und dann bin ich mittendrin, nur unter Einheimischen und Musikern. Jeder kennt jeden dort und alle sind angeblich sehr bekannte Musiker in Thailand, wie mir erzählt wird. Ich fühle mich kurz wie ein Alien dort, als einzige Touristin dort, aber ihre Freundlichkeit macht es mir leicht. Wir tanzen noch ein bisschen bevor ich mich auf den Heimweg begebe und dort von meinen Gastgebern auf das nächste Bier eingeladen werde inklusive Empfehlungen für meine weitere Reise. Sie gestehen mir auch, dass sie sich letzte Nacht Sorgen gemacht haben. Ich bin fast gerührt und verlängere noch eine Nacht hier – auf dem fremden Planeten.

Küchen Jam aus Alife

Bis gestern haben wir die Woche bei Freunden aus Alife verbracht, um etwas zu verschnaufen, uns zu waschen und vor allem um Musik zu machen. Das ist dabei rausgekommen:

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https://m.youtube.com/watch?v=Sg6_snxIdqc

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